{"id":116,"date":"2020-01-03T11:58:51","date_gmt":"2020-01-03T11:58:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jamavia-blue.de\/?page_id=116"},"modified":"2021-03-27T16:02:50","modified_gmt":"2021-03-27T16:02:50","slug":"was-vom-tage-uebrig-bleibt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jamavia-blue.de\/?page_id=116","title":{"rendered":"was vom Tage \u00fcbrig bleibt"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"116\" class=\"elementor elementor-116\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-73b0f799 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"73b0f799\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-58fa8489\" data-id=\"58fa8489\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4be4b1ed elementor-drop-cap-yes elementor-drop-cap-view-default elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"4be4b1ed\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;drop_cap&quot;:&quot;yes&quot;}\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Da sa\u00df er nun einsam auf seinem Felsen an der K\u00fcste, schaute auf das Meer hinaus und versuchte seine Gedanken zu sortieren.<br>Der Wind lie\u00df die Wellen sich zu kleinen Schaumkronen aufb\u00e4umen, die wie wei\u00dfe Spitze aussahen. Er dacht nach \u00fcber sein Leben.<br>Was wollte er nicht alles erreichen, ein eigenes Haus, eine liebende Frau, lachende Kinder &#8230; Nichts au\u00dfergew\u00f6hnliches, eben nur ein ganz normales Leben.<br>In einem Restaurant, w\u00e4hrend eines Lehrganges, hatte er sie getroffen. Alle Pl\u00e4tze waren belegt, nur an seinem Tisch waren noch drei St\u00fchle frei. \u201eEntschuldigen Sie bitte, ist hier noch ein Platz frei\u201c, fragte auf einmal eine warme, freundliche Stimme.<br>Er war noch so sehr in seine Zeitung vertieft, da\u00df er nicht bemerkte, wie sie neben ihm am Tisch stand. Sein Blick ging zu ihrem Gesicht hinauf &#8211; was f\u00fcr eine Frau -.<br>Sie hatte einen kurzen, dunkelhaarigen Bubikopf und trug ein hautenges, schwarzes Kleid mit einem tiefen Ausschnitt. \u201eBitte, gern\u201c, mehr konnte er bei diesem Anblick nicht sagen.<br>Sie setzte sich ihm genau gegen\u00fcber. Im Schein der Kerze leuchteten ihre rehbraunen Augen wie zwei Sterne in der Nacht. Was f\u00fcr ein Blick, was f\u00fcr ein Gesicht, schnell legte er seine Zeitung zur Seite, um sich ganz seiner Tischdame zu widmen.<br>\u201eIch habe Sie hier noch nie zuvor gesehen, Sie scheinen nicht aus dieser Stadt zu sein, denn ein solches Gesicht w\u00e4re mir l\u00e4ngst aufgefallen.\u201c Sie z\u00f6gerte eine Weile mit ihrer Antwort, sei es aus H\u00f6flichkeit, vielleicht aber auch, um ihm nicht das Gef\u00fchl der schnellen Eroberung zu geben.<br>\u201eDas stimmt, ich bin hier zu Besuch bei einer Bekannten. Eigentlich komme ich von der K\u00fcste.\u201c Bei diesen Worten wurde er aufmerksam, von der K\u00fcste, ein Ort, an dem er so gern wohnen w\u00fcrde, nicht in dem Dreck und Gestank der Gro\u00dfstadt.<br>Sie kamen beide ins Gespr\u00e4ch und unterhielten sich \u00fcber ihre Heimat.<br>Ehe sie es sich versahen, war Gastst\u00e4ttenschlu\u00df&nbsp; und der Kellner fragte h\u00f6flich, aber bestimmt, ob er kassieren k\u00f6nnte. \u201eWas fangen wir denn nun mit dem angebrochenen Abend an,\u201c fragte er. \u201eIch w\u00fcrde Sie gern noch auf ein Glas Sekt in eine Bar einladen, wenn Sie nichts dagegen haben.\u201c Sehr gern, der Abend ist ja noch jung und auf mich wartet niemand.\u201c Sie gingen gemeinsam in eine Nachtbar, tranken das eine&nbsp; und andere Glas Sekt und kamen sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck n\u00e4her. Auf dem Heimweg stolpert sie \u00fcber einen Bordstein, er konnte sie gerade noch auffangen. Ihre K\u00f6pfe kommen sich dabei so dicht, da\u00df es unvermeidlich war, was dann passierte. Fast in Zeitlupe ber\u00fchren sich ihre Lippen zu einem langen, intensiven Ku\u00df. \u201eLa\u00df uns zu mir gehen,\u201c fl\u00fcstert er ihr leise ins Ohr. Sie hakt sich bei ihm unter und legt ihren Kopf auf seine Schulter, da bedarf es keiner Worte mehr. Was dann passiert, ist ein einziges Spiel der Phantasie.<\/p><p>Ein paar Monate sp\u00e4ter.<\/p><p>Er ist zu ihr an die K\u00fcste gezogen, sie wohnen bei ihren Eltern in einem echten Bauernhaus, das mit Schilf gedeckt ist. Am Haus befindet sich ein alter Stall und gleich daneben eine Scheune. Zum Meer ist es nur eine gute halbe Stunde Fu\u00dfweg. Jede freie Minute gehen sie beide dorthin spazieren. Ein Felsen direkt am Wasser hatte es ihm besonders angetan. Hier nahm er immer Platz, um von dort aus den Wellen und der See zuzusehen. An diesem Tag aber treibt ihn etwas ganz Anderes hinaus. Sein Arzt hatte ihm geraten, er solle doch in Zukunft k\u00fcrzer treten, denn sein Herz w\u00fcrde die st\u00e4ndigen Anstrengungen der Arbeit nicht mehr richtig verkraften. Wenn er so weiter macht, wird er das n\u00e4chste Jahr nicht mehr \u00fcberleben. Diese Gedanken qu\u00e4len ihn und er traut sich nicht, sie seiner Gef\u00e4hrtin zu sagen. Ein Spazierg\u00e4nger kommt an ihm vorbei. Es ist der alte Hansen von nebenan, der gr\u00fc\u00dft, bekommt aber keine Antwort und geht auf ihn zu. Wie er ihn gerade ansto\u00dfen will, f\u00e4llt er von seinem Stein herunter und liegt tot da. Nicht einmal den Untergang der Sonne hatte er noch erlebt und dabei liebte er gerade diesen so sehr. Er hatte wohl seine Rechnung mit dem Sch\u00f6pfer bereits gemacht, denn er l\u00e4chelte noch im Tod.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da sa\u00df er nun einsam auf seinem Felsen an der K\u00fcste, schaute auf das Meer hinaus und versuchte seine Gedanken zu sortieren. Der Wind lie\u00df die Wellen sich zu kleinen Schaumkronen aufb\u00e4umen, die wie wei\u00dfe Spitze aussahen. Er dacht nach \u00fcber sein Leben. 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