{"id":72,"date":"2020-01-03T11:52:28","date_gmt":"2020-01-03T11:52:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jamavia-blue.de\/?page_id=72"},"modified":"2021-03-21T10:04:53","modified_gmt":"2021-03-21T10:04:53","slug":"die-erinnerung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.jamavia-blue.de\/?page_id=72","title":{"rendered":"Erinnerung"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"72\" class=\"elementor elementor-72\" data-elementor-post-type=\"page\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-1b4d1be8 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"1b4d1be8\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-771d5663\" data-id=\"771d5663\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5247b192 elementor-drop-cap-yes elementor-drop-cap-view-default elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"5247b192\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-settings=\"{&quot;drop_cap&quot;:&quot;yes&quot;}\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Der Wind spielt mit ihrem Haar. Es ist grau geworden, nicht etwa vom Alter, nein, so alt ist sie noch nicht, Staub hat sich in ihren sch\u00f6nen Locken abgesetzt.<br>Sie sitzt auf einer Bank, unweit eines kleinen Teiches. Um sie herum befindet sich ein Park. Eine Oase in mitten der riesigen Stadt.<br>Der richtige Ort um zu verweilen, nachzudenken oder neue Kraft zu tanken. Langsam lehnt sie sich zur\u00fcck, ihr Haar f\u00e4llt hinter der Lehne herunter.<br>Es ist so lang, da\u00df es fast den Boden ber\u00fchrt. Nur der Wind h\u00e4lt es davon ab, mit dem Rasen zu spielen. Sie schlie\u00dft ihre wundersch\u00f6nen blaugrauen Augen, als ob sie schlafen wollte. Und nur die Sonne und der Wind sind noch da, um sie zu besch\u00fctzen.<br>Ihre Gedanken gehen zur\u00fcck, zur\u00fcck an einen Punkt in ihrem Ged\u00e4chtnis, den sie bis heute nicht vergessen hat.<br>Es war an einem dieser warmen Tage im Sommer, an denen man am liebsten die ganze Nacht durchmachen m\u00f6chte.<br>An diesem Tag hatte sie ihren j\u00fcngeren Freund eingeladen. Sie wollte nach langer Zeit wieder einmal mit ihm allein sein, ohne da\u00df jemand ihre Zweisamkeit st\u00f6ren konnte.<br>F\u00fcr diesen Tag hatte sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Schon lange wollte sie ihm einen besonderen Rahmen bieten, um ihm ein Geschenk zu machen.<br>Es gab viele Dinge, die seine Aufmerksamkeit erregt hatten. Viele, die er sich aber nicht leisten konnte, dazu verdient er in seinem Job einfach zu wenig Geld.<br>Bei ihr war das etwas Anderes, sie arbeitete in der Computerbranche als Programmiererin und konnte sich so Vieles kaufen, von dem Andere nur tr\u00e4umten.<br>Der Strand war wieder einmal \u00fcbervoll, aber das machte Beiden nichts aus.<br>Sie waren schon rechtzeitig gestartet und hatten sich so einen der besten Pl\u00e4tze an den D\u00fcnen gesichert.<br>Um ihren Platz herum hatten sie einen Wall aus Sand und Muscheln gebaut, den sie noch mit einigen Zweigen, die in der Umgebung lagen, befestigten.<br>Nur wer ganz nah an ihre Stelle heran kam, konnte in ihre \u201eBurg\u201c sehen.<br>Und so f\u00fchlten sie sich auch ungest\u00f6rt, konnten miteinander spielen ohne daran denken zu m\u00fcssen, entdeckt zu werden.<br>Der Tag ging langsam zur Neige und an ihren Gesichtern konnte man erkennen, da\u00df die Sonne ihre Wirkung nicht verfehlt hatte.<br>Ihre K\u00f6rper waren leicht ger\u00f6tet, nur auf ihrer linken Brust war der Abdruck einer Hand zu sehen.<br>Sie mu\u00df wohl zu lange auf dem R\u00fccken gelegen haben und er hatte unbemerkt seine Hand auf ihre Brust gelegt.<\/p>\n<p>Nachdem sie sich angezogen und ihre Sachen eingepackt hatten, gingen sie in eines dieser neuen, hellen Strandkaffees die hier in den letzten Jahren entstanden sind.<br>Eine sch\u00f6ne Tasse Kaffee und ein k\u00fchles Eis waren jetzt genau die Dinge, die ihnen die Kraft wiedergeben w\u00fcrde, die ihnen der Tag und die Sonne genommen hatten.<br>Langsam kam die Zeit f\u00fcr sie, mit ihm dort hinzugehen, wo sie das richtige Geschenk finden w\u00fcrde. In einem Schaufenster eines Juweliers lagen sch\u00f6ne Uhren.<br>Er hatte ihr schon oft von einer ganz bestimmten Marke vorgeschw\u00e4rmt. Sie hatte das Leuchten in seinen Augen dabei gesehen und daran gedacht, ihm damit eine Freude zu machen. Er h\u00e4tte sich diese Uhr vom Munde absparen m\u00fcssen, denn sie war aus Titan mit Saphirglas, wasserdicht. Alles, was sich ein junger Mann so ertr\u00e4umt. Der Preis st\u00f6rte sie nicht, er war nicht entscheidend. Viel wichtiger war ihr das Strahlen in seinen Augen, die Freude in seinem Herzen. Sie nahm ihn an die Hand und ging mit ihm zu diesem Juwelier, sah in das Schaufenster, ging in den Laden. Er glaubte, sie wollte sich einen Ring oder eine Kette kaufen. Da\u00df sie seinetwegen hier waren, daran dachte er nicht. Und dann lag sie da, die Uhr die er so gern besessen h\u00e4tte. Sie lie\u00df sie sich zeigen, legte sie um sein Handgelenk und bemerkte wie er sichtlich nerv\u00f6s wurde. Jetzt schien er zu ahnen was sie vor hatte. \u201eGef\u00e4llt sie Dir\u201c, fragte sie mit einem L\u00e4cheln. Nat\u00fcrlich gefiel sie ihm, aber er traute sich nicht ihr das zu sagen, weil er genau wu\u00dfte, sie w\u00fcrde ihr Scheckbuch herausholen und die Uhr kaufen. \u201eDu darfst sie gleich umbehalten, ich schenke sie Dir\u201c.<br>Er wurde rot, diese Uhr war einfach ein Traum und sie kaufte sie so einfach. Im Innern war er gl\u00fccklich \u00fcber ihre Entscheidung.<br>Er legte seinen Kopf auf ihre Brust und umarmte sie mit einer Herzlichkeit, die sie erw\u00e4rmte, mehr als jeder Ku\u00df zuvor.<br>In diesem Augenblick h\u00e4tte sie ihn auf der Stelle lieben k\u00f6nnen. Doch das h\u00e4tte einen falschen Eindruck erwecken k\u00f6nnen.<br>Sie wollte ihm einfach eine Freude machen und das war ihr offensichtlich gelungen.<br>Auf keinen Fall wollte sie ihm etwas kaufen, nur um mit ihm hinterher zu schlafen. Nein, das w\u00e4re v\u00f6llig falsch.<br>Seine wahren Gef\u00fchle w\u00fcrde er ihr schon irgendwann zeigen. Es ist eine Frage der Zeit und davon hatte sie genug.<\/p>\n<p>Etwas zu \u00fcberst\u00fcrzen, jemanden zu sehr dr\u00e4ngen, kann mehr verderben als man im Augenblick eigentlich will.<\/p>\n<p><!-- \/wp:paragraph --><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wind spielt mit ihrem Haar. Es ist grau geworden, nicht etwa vom Alter, nein, so alt ist sie noch nicht, Staub hat sich in ihren sch\u00f6nen Locken abgesetzt. Sie sitzt auf einer Bank, unweit eines kleinen Teiches. Um sie herum befindet sich ein Park. Eine Oase in mitten der riesigen Stadt. 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