die Lichtung

Die Bäume der Allee huschten wie Schatten an ihnen vorbei, ihr Wagen fuhr schnell die lange Straße entlang.
In der Ferne konnte man bereits den Wald erkennen. Immer dichter kamen die Umrisse, das Auto wurde langsamer.
Mitten im Wald bog sie plötzlich in einen kleinen Weg ein. Sie fuhr vorsichtig, denn der Boden war sehr uneben.
Hier und da zogen Wurzeln der dicht am Weg stehenden Bäume quer durch das Erdreich.
Es wurde immer holpriger, der Wagen schaukelte hin und her und aus dem Kofferraum konnte man das Geräusch von klirrendem Geschirr hören.
Sie hielt an. Direkt vor ihren Augen lag eine malerische Lichtung. Mitten in dem fast urwüchsigen Wald solch eine Augenweide, das hatte er nicht vermutet.
„Komm, laß uns aussteigen“, sagte sie , „und bringe bitte den Picknickkorb aus dem Kofferraum mit“.
Sie nahm die Decke von der Rücksitzbank und beide gingen auf die Lichtung. Ringsum war der undurchsichtige, fast dunkle Wald.
Der Rasen der Lichtung sah aus wie von einem englischen Gärtner gepflegt, sauber und gleichmäßig gewachsen.
An den Rändern säumten die schönsten Wildblumen den Platz, es war traumhaft.
„Laß uns hier unser Picknick machen“, sagte sie zu ihrem Begleiter, hier wird uns die Sonne noch lange wärmen.
Sie breitete die Decke aus und er stellte den Korb auf eine Ecke, dann deckten beide die mitgebrachten Sachen auf die zuvor ausgebreitete Tischdecke.
Äpfel, Weintrauben, Orangen, eine Flasche Mineralwasser, ein Weißbrot und eine Flasche Rotwein, den sie extra für diesen Anlaß ausgesucht hatte.
Die richtigen Dinge für ein Essen in freier Natur.
Der „Tisch“ war gedeckt und sie legte sich auf die eine Seite der Decke.
Er nahm ein Stück hiervon, ein Stück davon und steckte es ihr nach und nach in den Mund.
Dann tat sie das Selbe mit ihm. Nachdem sich beide gestärkt hatten, tranken sie von dem köstlichen Rotwein, es war ja noch lange Zeit bis sie wieder fahren wollten.

Die Müdigkeit überkam sie und beide schliefen auf der Lichtung ein.
Die Sonne zog ihr Bahn und der erste Schatten des größten Baumes am Rande der Lichtung bedeckte ihren Kopf.
Sie wurde wach, mit einem Kuß auf die Stirn weckte sie ihren Freund. Gerade als sie aufstehen wollte, nutzte er die Gelegenheit sie an sich zu ziehen.
Sie muß wohl etwas unglücklich gestanden haben, verlor das Gleichgewicht und fiel ihm direkt in die Arme.
Ihre Lippen berührten sich zärtlich zu einem Kuß, ihre Zungen spielten miteinander. Beide rollten durch das Gras und vergaßen die Welt um sich herum.
Sie liebten sich in der Mitte der Lichtung, nur die Sonne schaute ihnen zu und erwärmte ihre Körper bis ihnen die Schweißperlen auf der Haut standen.
Ihr leises Stöhnen, ihre lauten Schreie wurden von den Bäumen am Rand so reflektiert, daß er den Eindruck hatte, es wären mehrere Frau hier,
ein sehr erregendes Gefühl für ihn.
Nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden war, wurde kühl und sie zogen sich wieder ihre Sachen an, die auf der Lichtung verstreuten waren.
Die Reste vom Picknick wurden wieder im Korb verstaut, die Decke zusammengelegt und beide gingen zurück zum Auto.
„Fahr du bitte nach Hause, ich möchte noch ein wenig meinen Kopf auf deine Schulter legen“, flüsterte sie ihm ins Ohr.

Und wieder war ein schöner Tag vorbei, an dem sie etwas anderes ausprobiert hatte, etwas, daß sie sicherlich bald wiederholen werden,
wenn die Sonne es wieder einmal gut mit ihnen meint.